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J.S. Bach: Brandenburgische Konzerte I - III
Datum:  04.11.2012
Uhrzeit: 17.00 Uhr
Ort:  Festsaal Schloss Freudenhain
Veranstalter:  Passauer Konzertverein e. V.

Inhalt

Am 4. November spielt das Kammerorchester des Passauer Konzertvereins e.V. im Festsaal von Schloss Freudenhain einen „barocken Evergreen“: Johann Sebastians Bachs „Brandenburgische Konzerte I-III“, BWV 1046-1048.

Der bekannte Werktitel „Brandenburgische Konzerte“ wurde übrigens erst von der Bachforschung des 19. Jahrhunderts geprägt, sein Komponist betitelte die Partitur 1721 noch schlicht Six Concerts Avec plusieures Instruments. Seit 1717 war Bach „Director derer Cammer-Musiquen“ am Hof des Fürsten Leopold von Anhalt-Cöthen. Sein Dienstherr schickte Bach zum Kauf eines neuen Cembalos 1719 zur Firma Mietke nach Berlin. Der nutzte die Gelegenheit, dem Markgrafen Christian Ludwig von Brandenburg-Schwedt, jüngster Sohn des Großen Kurfürsten und Onkel Friedrich Wilhelm I. von Preußen (besser bekannt als „Soldatenkönig“), vorzuspielen. Man könnte es eine „Initiativbewerbung“ nennen, für die Bach freilich gute Gründe hatte: Fürst Leopold, mit dem er sich zeitlebens bestens verstand (und Bach war nicht immer leicht zu nehmen!), neigte zum reformierten Bekenntnis mit seiner eher musikarmen Gottesdienstliturgie. Also eher schlechte Aussichten für die kirchenmusikalische Auftragslage. Außerdem musste bei Hof gespart werden - schließlich zahlt auch der Adel Pensionen, und "Tarifkonflikte" sind keine Erfindung unserer Tage. Leopolds Mutter wiederum protegierte zwar die lutherische Gemeinde, der Bach angehörte, doch dass dies nicht mehr lange helfen würde, war alsbald klar.

Im Dezember 1721 nämlich stand die Heirat Leopolds mit Friederike Henriette von Anhalt-Bernburg ins Haus. Keine der Musik sonderlich zugetane Person, soviel war vorab bereits bekannt. Und richtig, sie brachte ihren Mann dazu, der Musik beinahe völlig zu entsagen. Deshalb hatte Bach vorgesorgt und sich am 24. März 1721 mit einer „Schriftprobe“ von sechs weltlichen Konzerten, allesamt aus umgearbeiteten Kompositionen aus seiner Zeit in Weimar (Konzerte I-III) und eben Köthen (Konzerte IV-VI) sowie folgenden Zeilen beim Markgrafen Christian-Ludwig in Erinnerung gebracht: «Vor ein paar Jahren hatte ich das Glück, mich vor Ihrer Königlichen Hoheit hören zu lassen […]. Eure Königliche Hoheit beliebte mich mit dem Auftrag zu ehren, Ihr einige meiner Kompositionen zu senden.»  Doch Bach hätte es besser wissen müssen: Für Concerti grossi-Experimente wie die beliebten Brandenburgischen Konzerte No.2 und 4 gab es am preußischen Hof gar nicht mehr genügend Musiker. Die hatte der Soldatenkönig 1713, weil seiner Ansicht nach militärisch überflüssig, größtenteils entlassen. Einige von ihnen spielten gemeinsam mit Bach in der Köthener Hofkapelle. Der Widmungsautograph (Deckblatt siehe Foto) wanderte also ins Archiv, und jene Bachschen Kompositionen, die später den Namen "Brandenburgische Konzerte" erhielten, erklangen stattdessen in Köthen. Wo Bach noch bis Ende April 1723 blieb. Da war Friederike Henriette gerade gestorben, aber Bachs Bewerbung auf den Posten des Leipziger Thomaskantors hatte mit einiger glücklicher Fügung Erfolg gehabt. Von Köthen schied der Kapellmeister und Hofkompositeur wohl einmal nicht im Zorn (wie etwa in Arnstadt und Weimar) doch ob er dort zu jenem Musikgiganten gereift wäre, zu dem ihn die Nachwelt seither erklärte? Wer weiß.

 

Der „Passauer Konzertverein e.V." ist der älteste Musikverein mit klassischem Orchester in Passau. Seit 1919 gestaltete er das Musikleben in dieser Stadt durch Pflege der klassischen Musik und Förderung junger Talente fast ununterbrochen mit. Unter der Leitung von bisher fünf Dirigenten und zahlreichen Gastdirigenten brachte das Orchester mit namhaften Solisten aus dem In- und Ausland in regelmäßigen Konzerten auf zahlreichen Bühnen in und um Passau wesentliche Werke der klassischen Musik zu Gehör. 2006 übernahm Markus Eberhardt die musikalische Leitung und konnte mit einem deutlich verjüngten Orchester bereits sehr erfolgreiche Konzerte gestalten. Neben den beiden traditionellen Frühjahrs- und Herbstkonzerten bestreitet der „Passauer Konzertverein e.V." auch die Neujahrskonzerte im Passauer Rathaussaal.

Vormerken: Johann Sebastian Bachs „Brandenburgische Konzerte IV – VI“ (BWV 1049-1051) bringt das Kammerorchester des Passauer Konzertvereins am 24.02.2013 zur Aufführung.

Text: Tobias Schmidt

Foto: Preussenchronik

 


Karten und Preise
Karten für die Brandenburgischen Konzerte gibt es ab Anfang Oktober 2012 und bei:
 
 
- Bücher Pustet, Nibelungenplatz, Tel.: 0851 / 560 890
- Musikhaus Weiler, Schustergasse, Tel.: 0851 / 851 60 66
- Info-Point Theresienstraße 8, Tel.: 0175 / 25 25 096
 
Preis 15 € ; ermäßigt 10 €
  


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